
Nachdem in Deutschland sicher auch die Nachtschwärmer zu Bett gehen
sitze ich hier bei strahlendem Sonnenschein an einem lauen Dienstag
Morgen und bin mir bewusst dass es mir nicht gelingen wird all die
interessanten und bewegenden Eindrücke zu erwähnen die ich in den
letzten beiden Wochen gesammelt habe. Nachdem meine Arbeitswoche mit einem tollen Frisbee-match beendet wurde brach ich an meinem ersten freien Wochenende in Japan gleich nach Tokyo auf. Meine liebe Caro hatte Geburtstag und diesen wollte ich natürlich gemeinsam mit ihr feiern.
Da wir uns erst am Abend in Tokyo verabredet hatten verbrachte ich meinen Samstag mit einer gemütlichen Zugfahrt durch die japanische Provinz.

Das Fahren mit dem Bummelzug ist nicht nur wesentlich billiger sondern man bekommt auch wunderbare Ansichten der Landschaft kostenlos dazu. In Japan sind das vor allem Reisfelder, Teeplantagen, Berge und Hinterhöfe durch die sich der zug schlängelt. Leider war es nicht so gemütlich wie geplant und die Einsparung von 50% gegenüber dem Shinkasen machte die vierfache Fahrzeit schnell wieder zunichte. Dafür hatte ich die unbezahlbare Gelegenheit die Gelassenheit von japanischen Zugreisenden kennenzulernen. Von Schuljungs, die wagenübergreifend versuchten

Klassenkameradinnen ihre Muskeln zu präsentieren bis zu einem älteren Ehepaar welches sich in mehr als zwei Stunden gegenseitig Fusseln aus den Sachen suchte.

In Tokyo angekommen verspürte ich riesigen Hunger, weshalb ich Caro kurzerhand in den hiesigen Freshness-Burger zum Abendessen einlud.
- ein teures, wenngleich wohlschmeckendes Vergnügen-
Wir beendeten den Abend dann mit einem Abendspaziergang durch Asakusa.
Am nächsten Tag sollte es in den Zoo gehen. Vorher bummelten wir jedoch
durch die Stadt und sahen neben Japanerinnen die sich auf Halloween
vorbereiteten unter anderem die Geburtsstätte des Judo und (hier leicht aufzufinden) japanische Kabelkunst.
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| Garten vor dem Haus von Kodokan-Judo |
Höhepunkt des Vormittages bildetete ein Besuch auf dem "Ameyayokocho". Dieser Name bezeichnet den Markt bzw. die Händlerstrasse von Ueno. Und dem Klischee entsprechend gab es dort wirklich alles. Von verschiedensten Meeresbewohnern (lebendig und tot) über dutzende Algensorten und kleine bis große Pilze bis hin zu exotischen Gewürzen und Bekleidung. Leider ließen sich der ungeheure Lärm auf dieser Strasse, welchen die Verkäufer durch ihre Anpreisungen erzeugen und der teilweise betäubende Geruch nicht auf ein Foto bannen.

Wer mehr über diese Erfahrung sehen möchte kann sich aber gern bei mir persöhnlich nach dem aufgenommenen Video erkundigen ;-)
Am Nachmittag fanden wir dann im Ueno-Park den in Japan sehr bekannten Zoo der Stadt, welcher vorallem durch seine Pandas weltberühmt ist. Daher war es auch überall möglich sich mit den Pandas fotographieren zu lassen. In unserem Fall hatten wir Glück das nicht nur das Wetter perfekt war sondern dass die Japaner auch bereit sind jedes "Könnten sie mal bitte den Fotoapparat halten?" dass sie in Europa gestikluieren in gleicher Münze in Japan zurückzugeben.
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| Blick über den Stadtpark auf das Zentrum von Ueno, Tokyo |
Am Abend besichtigen wir dann dann die Tempelanlage von Asakusa, welche ein absolutes Muss auch auf dem kürzesten Japanaufenthalt darstellt und zusätzlich dazu auch als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Bilder sagen mehr als Worte:
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| Strasse vom Tor zum Tempel |
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| Eingangstor des Tempels, der auch für seine großen Lampione bekannt ist |
Zurück in Hamamatsu erwartete mich in der nächsten Woche der Besuch einer Optoelektronikmesse. Aber keine Angst: Ich werde jetzt nicht fachlich sondern zeige lieber unsere Vorbereitung auf dieses Treffen.
Zunächst ein gutes japanisches Cafeteria-Essen: Ramen-Nudeln (links, ja die isst man auch mit Stäbchen), ein "balanced lunch" (Mitte) vor dem bereits Masahiro platzgenommen hat und ein
"american food" (rechts).
Ich hatte mich natürlich schön rausgputzt für die Messe, nichts ahnend, dass Mitz vor hatte
mich auf seinem Geschoss in die Stadt zu bringen.
(An dieser Stelle schöne Grüße an Martin - ich habe von der Schwalbe gehört...)
Es war eine rasante und abenteuerliche Fahrt die mir aber viel Freude bereitet hat.
Selbstverständlich konnte kaum einer der Japaner auf der Messe mehr Englisch als ein gebrochenes "Hello", weshalb mir nach einem Rundgang (der visuell sehr interessant war) schnell langweilig wurde. Aber scheinbar war ich nicht der Einzige der sich freute als es Punkt-Siebzehn-Uhr eine Durchsage gab, dass die Ausstellung für diesem Tag nun beendet sei. Mitz war kaum zu bremsen... der Arme musste dann am nächsten Tag nochmal 8 Stunden die Austellung unseres Labors betreuen und war sichtlich fertig.

Nachdem ich im Rest der Woche noch einige Experminte starten konnte und mir mehrere Vorträge (zum Teil komplett japanisch) angehört hatte, gings dann am Samsatg Abend in die Stadt. Halloween war nun auch in Hamamatsu angekommen, was der hiesigen Bauchtanzgruppe die Möglichkeit gab ihr Talent zur schau zu stellen. Da man die drei leicht vernachlässigen könnte, möchte ich ausdrücklich auf die Musiker links hinweisen, die eine sehr gute Show machten und eigenartiger Weise alle drei wie Johnny Depp aussahen.
Anschließend gings mit Angga (ein sehr
netter Indonesier), seiner japansichen Freundinn und Nate, ebenfalls Japaner in die "No name bar" - dem internationalen Treff von Hamamatsu zum Umtrunk.
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| Um den Fragen vorzubeugen: Ja, Nate hat Katzenohren auf... Halloween... |

Eines der berühmtesten Kostüme ist in Japan selbstverständlich King Kong. Aber auch nicht so selbstverständliche Akteure traten auf den Plan. So waren da beispeilweise ein Graf Drakula, Elvis, Alice im Wunderland und (letztes Jahr noch ein wenig makaber) ein lupenreiner Steve Jobs zu sehen.
Nach dieser ereignissreichen Zeit habe ich das Wochenende ruhig ausklingen lassen. Mit den Bildern vom Hamamatsu-Strand und den (in Japan berühmten) Dünen möchte ich auch meinen Blog ausklingen lassen.
Sicher werde ich nocheinmal zum Strand zurückkehren und nicht allein sein, denn der Sonnenuntergang war wunderschön und die Überlegung dass vom diesem Punkt aus eine halbe Erdumdrehung nur Wasser kommt, bis man wieder Land sieht war sehr ergreifend. Dieser Abend am Pazifik hat mir sehr gefallen und ich habe mir fest vorgenommen mir das Wasser nocheinmal von der anderen Seite aus anzusehen. Bis bald.
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| Der Pazifik. Er war tatsächlich blau. |
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| Surfen im Sonnenuntergang |